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DER MARKTGERECHTE PATIENT


BRD 2018, 82 Min
Regie: Leslie Franke und Herdolor Lorenz

 

 

„Krank aus der Klinik“ – so oder ähnlich lauten die Titel zahlloser alarmierender Berichte aus deutschen Krankenhäusern. Erstaunlicherweise fehlt dabei aber fast immer der Bezug auf die wesentliche Ursache dieser Zustände: die seit 2003 verbindliche Vergütung der Krankenhäuser durch sogenannte Fallpauschalen (englisch: DRGs – Diagnosis Related Groups). Nach ihr hat jede diagnostizierbare Krankheit einen prinzipiell fixen Preis. Wer mit möglichst geringen Kosten den Patienten schnell abfertigt, macht Gewinn; wer sich auf die Patienten einlässt, macht Verluste. Die Einführung der Fallpauschalen war der entscheidende Schritt zur Kommerzialisierung der Krankenhäuser, die bis dahin vom Gedanken der Empathie und Fürsorge getragen wurden. Wirtschaftsberater durchforsten seitdem jede Abteilung und prüfen, ob Vorgänge nicht mit noch weniger Personal bewältigt werden können. Die Frage ist nicht mehr: Was braucht der Patient? Sondern: Was bringt er uns? Viele ÄrztInnen und PflegerInnen können in diesem System nicht mehr arbeiten, ohne selbst krank zu werden. „Wären die DRGs ein Medikament, so müsste man sie mit sofortiger Wirkung vom Markt nehmen. Alle versprochenen Wirkungen sind ausgeblieben, und alle Nebenwirkungen sind eingetreten“, resümiert der Berliner Ärztekammerpräsident Dr. Günther Jonitz. „Der marktgerechte Patient“ handelt von den Ursachen und fatalen Folgen der Fallpauschalen. Leslie Franke und Herdolor Lorenz („Water Makes Money“, 2011) haben sich dazu mit MedizinerInnen, Pflegepersonal und PatientInnen getroffen, mit Krankenhausmanagern und GesundheitsaktivistInnen.



Di 24.09. 19.30 Uhr
GH-Saal
Film&Gespräch
Nach dieser Vorstellung findet ein Gespräch statt.

Für die BesucherInnen dieser Vorstellung übernimmt die Gewerkschaft ver.di den Eintritt!

Mi 25.09. 18.30 Uhr